Komfortlüftungssysteme

Komfortlüftung:

dem zeitgemäßen Gebäudestandard entsprechende Lüftungssysteme für den Wohnbereich werden im Fachjargon als "kontrollierte" Wohnraumlüftungssysteme bezeichnet. In den letzten Jahren hat sich auch aufgrund der Namensgebung in der Schweiz und der österreichischen Plattform "komfortlüftung.at" der Begriff "Komfortlüftung" etabliert.  Diese weisen folgende spezifische Merkmale auf:

+ als "kontrolliert" bezeichnet man ein Lüftungssystem, bei dem der zugeführte Luftstrom (Zuluft) gleich dem abgeführten Luftstrom (Abluft) entspricht. Die ungünstige, unhygienische Fugenströmung durch Undichtheiten, Geruchsübertragung zwischen Wohneinheiten, sowie Unter- oder Überdruck im Gebäude (wie beispielsweise bei Abluftsystemen) gehören damit der Vergangenheit an. Die Zuluft ist bei Komfortlüftungen immer frisch, gefiltert und  temperiert.

+ sowohl das Zuluft- als auch das Abluftsystem gehen von einem wohnungs-oder gebäudezentralen Lüftungsgerät aus, in dem die beiden Luftströme in einer Wärmerückgewinnungseinheit mit großer Oberfläche die Energie zu mehr als 85% übertragen, ohne dass die beiden Luftströme miteinander in Kontakt kommen.  

+ Komfortlüftungsgeräte verfügen über die derzeit höchstmögliche Wärmerückgewinnung, die die Zuluft sowohl im Winter als auch im Sommer auf annähernd Raumtemperatur temperiert, und das nur mit Hilfe des Energieinhaltes der Abluft.

+ Die Hauptkomponenten eines Lüftungsgerätes sind der Zuluftventilator, der Abluftventilator, der Wärmetauscher für die Wärmerückgewinnung, die Filterung der Außenluft, die Filterung der Abluft, die Frostschutzvorrichtung, die Bypassklappe und die Steuerung.

+ sowohl der Zuluft- als auch der Abluftventilator werden bei modernen Geräten auf den zu diesem Zeitpunkt vorgegebenen Soll-Volumenstrom geregelt, sodass Einflüsse durch Wind, veränderlichen Filterwiderstand, etc. keinen Einfluss auf die Höhe des Volumenstromes haben. Dadurch wird die hohe Effizienz abgesichert, und es kann auch kein dauerhaft unerwünschter Unter- oder Überdruck im Gebäude entstehen. Unsere Anlagen benötigen durchschnittlich zwischen 25 und 60 Watt für die Ventilatoren

+ Die Wärmerückgewinnung als zentraler Bestandteil des Lüftungsgerätes hat die Aufgabe die Zulufttemperatur auf dem möglichst gleichen Niveau wie die Raumtemperatur zu halten. Neben den konventionellen Wärmetauschern gibt es auch solche, die eine Übertragung von Wärme und Luftfeuchte ermöglichen. Die Erfahrungen mit beiden Varianten sind gleichermaßen positiv. Bei jedem Projekt wird individuell entschieden, welcher Wärmetauscher zum Einsatz kommen soll. Ein nachträglicher (Selbst-)Austausch ist jedoch bei den von uns verwendeten Geräten jederzeit möglich.

+ Jedes Komfortlüftungsgerät verfügt über 2 Filter. Ein Abluft-Grobfilter hält Hausstaub am Geräteeintritt ab, um eine Verunreinigung von Wärmetauscher und Ventilatoren zu vermeiden. Der Außenluft-Feinfilter befindet sich am Geräteeintritt der Außenluft und schützt einerseits das Gerät vor Verunreinigung, andererseits die Bewohner vor Grobstaub, Pollen und Feinstaub von außen. Da der Platz für Filter in Lüftungsgeräten generell sehr knapp bemessen ist, bieten wir spezielle Filterboxen für Außenluft, Zuluft und Abluft an (siehe "Komponenten").

+ da bei tiefen Außentemperaturen eine Vereisung des Wärmetauschers zu einer Störung des Betriebes führen kann, können Geräte mit einer Frostschutzeinrichtung ausgestattet werden. Diese sorgen dafür dass nur soviel Wärmeenergie zugeführt wird, dass eine störende Eisbildung im Wärmetauscher nicht auftreten kann. Der aufgewendete elektrische Strombedarf, der von uns eingesetzten Geräte ist aufgrund der stufenlosen Regelung der Heizleistung sehr gering und liegt in einem Bereich von 0 bis 80 kWh pro Jahr.

+ die Sommerbypassklappe ist bei modernen Geräten automatisiert und ermöglicht bei entsprechend günstigen Außentemperaturen die Zuführung kühlerer Außenluft im Sommer (z. B. in der Nacht). Dieser "Kühleffekt" wird aber zumeist maßlos überschätzt. Da die Nachfrage nach Geräten mit dieser Ausstattung aufgrund der Erwartungshaltung der Kunden so groß war,  verfügen heute fast alle Geräte über einen automatischen Sommerbypass. 

+ die Steuerungseinheit der Lüftungsgeräte ermöglicht heute eine Vielzahl an Einstell-, Bedien- und Auslesemöglichkeiten. Im Bereich der Steuerung und Regelung gibt es noch einen großen Nachholbedarf, da es nur sehr wenige Experten gibt, die die sinnvollen Funktionen für eine Lüftung erkennen und parametrieren können. Daher laufen viele Lüftungen heute noch mit manueller Stufenschaltung. Das wäre im Bereich der Heizungs- oder Klimatechnik unvorstellbar.

+ Die einzelnen Räume werden an das Zuluft- oder das Abluftsystem (Luftverteilsystem) angeschlossen. Dadurch entsteht bei geschlossener Zimmertür in Zulufträumen ein sehr geringer, nicht spürbarer Überdruck und in Ablufträumen ein sehr geringer Unterdruck. Die Luft strömt dabei ohne größeren Widerstand über Innentürspalten oder spezielle Überströmelemente.

+ Zwischen Zu- und Abluftraum liegende Zonen (Vorräume, Flure, Stiegenhäuser, etc.) werden durch ihre Angrenzung an mehrere be- oder entlüftete Räume sehr gut durchlüftet. Man bezeichnet diese Räume auch als Überströmräume. Eine zusätzliche Zu- oder Abluft für diese Räume ist daher im Regelfall überflüssig.

+ Grundsatz der Konzeptionierung einer Komfortlüftung: keine zu hohen Volumenströme (Behaglichkeitsfeuchte soll eingehalten werden) und keine zu niedrigen Volumenströme (Verdünnung von Schadstoffen, Abführung überschüssiger Feuchte und störenden Gerüchen muss gewährleistet sein).

Die Hauptkomponenten einer Komfortlüftung:

Schema

+ das Lüftungsgerät

die Anforderungen an ein Lüftungsgerät sind vielfältig. Neben einer hohen thermischen und elektrischen Effizienz, einer geringen Lautstärke und einer intelligenten Steuerung, zählt vor allem eine durchdachte Konstruktion, die eine unkomplizierte Wartung und eine kostengünstige Reparatur oder den Austausch von Bauteilen oder Baugruppen ermöglicht. Gleichzeitig muss der Hersteller auch über entsprechende Kompetenzen und Qualitätsstandards in der Lüftungstechnik verfügen und im Bedarfsfall einen zuverlässigen Support und Servicedienst zur Verfügung stellen. Wir setzen deshalb nur Geräte ein, die den Ansprüchen unserer Kunden entsprechen. Wir wollen entsprechend unserer Philosophie jedenfalls keine Wegwerfgeräte in Verkehr setzen.

+ Rohrsysteme und Arten der Luftverteilung

fast noch wichtiger als das Lüftungsgerät und entscheidend für die Qualität der Anlage ist die Wahl des Luftverteilsystems. Unter dem Luftverteilsystem versteht man nicht die Lufteinbringung in den Raum, sondern die Art der Luftleitungsführung und Aufteilung der Luftleitungen von den Zu- und Abluftleitungen weg zu den einzelnen Luftdurchlässen im Raum. Die Bedeutung dieses Anlagenbereichs für die Akustik, Effizienz und Luftqualität wird im Allgemeinen unterschätzt, und dementsprechend wird der Auswahl und der Planung der Luftverteilung zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Die häufigsten Mängel bei bestehenden Anlagen sind nämlich nicht auf das Lüftungsgerät, sondern auf das Luftverteilsystem zurück zu führen. Nicht jedes Verteilsystem ist für jeden Grundriss- und Haustyp gleichermaßen geeignet.  Für die  Luftverteilung stehen verschiedene Rohrsysteme zur Verfügung, die teilweise genormt, d. h. herstellerunabhängig verfügbar sind, oder im Gegensatz dazu nur herstellerspezifisch erhältlich sind. Wir möchten hier etwas Licht in dieses wichtige Thema bringen, und stellen die wichtigsten Luftverteilsysteme und die wichtigsten zugehörigen Rohrsysteme mit ihren Stärken und Schwächen vor.

1.) baumförmige Verteilung:

Im Regelfall werden dazu Wickelfalzrohre (Spiro) verwendet, die aus spiralförmig gefalztem, galvanisch verzinktem Stahlblech bestehen. Dieses Rohrsystem ist seit Jahrzehnten weltweit mit Abstand das am meisten eingesetzte Rohrsystem für Luft. Durch die Normung des Systems ist es regional fast überall verfügbar, und es gibt keine Abhängigkeit von bestimmten Anbietern. In den ersten Jahren der Verbreitung der kontrollierten Wohnraumlüftung wurde in Ermangelung von Alternativen nahezu ausschließlich dieses Rohrsystem eingesetzt.

Das Prinzip der baumförmigen Verteilung beruht darauf, dass von einer Hauptleitung aus mit Der wesentliche Nachteil der baumförmigen Verteilung besteht darin, dass aufgrund der meist unvermeidbaren Kreuzungen zwischen Zu- und Abluftleitungen relativ hohe Abhängungen der Decken in diesen Bereichen notwendig sind. Um eine spätere Reinigung zu ermöglichen, ist die Rohrführung so zu konzipieren, dass ohne zerstörende Öffnung von Zwischendecken oder Rohren, eine lückenlose Inspektion und Durchquerung der Luftleitungswege möglich ist. Je länger die Luftleitungswege, und je mehr Abzweigungen vorhanden sind, desto aufwändiger und schwieriger wird die Reinigung dieser Systeme. Ein weiterer Nachteil der klassischen baumförmigen Verteilung liegt im Bereich 

 

Luftverteilsysteme

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